Wendland Shorts Webserien-Wettbewerb

Gepostet am 27.06.2012 in Seminar

Wendland Shorts Webserien-Wettbewerb

Vom 22. – 24. Juni 2012 fand auf dem Herrenhof Salderatzen das Kurzfilmfestival Wendland Shorts statt. Im Wettbewerb laufen dabei nicht nur Kurzfilme, es gibt im Autoren-Camp auch die Möglichkeit, Serienkonzepte einzureichen, die in der Woche vor dem Festival ausgearbeitet und in Teilen gedreht werden. Geleitet wird der Dreh von Jan-Georg Schütte, dem Regisseur von „Die Ehrlichen“, der nicht mit ausgearbeiteten Dialogen, sondern mit Improvisation arbeitet. Ein grundsätzlich sehr spannender Ansatz, der jedoch gewisse ästhetische Beschränkungen nach sich zieht. Die Anforderungen an die Autoren sind folgende: • Ein Konzept für eine Crossmedia Serie • Engagierte und offene Autoren, die Lust haben, ihre Geschichten einmal schnell und unkonventionell umgesetzt zu sehen • Entwürfe für Spielszenen, die unaufwendig mit einem kleinen Ensemble von Schauspielern umgesetzt werden können • Möglichst ausführliche Rollenprofile der beteiligten Figuren (ggf. Anpassung an die verfügbaren Schauspieler) • Möglichst klare Aufgaben/Ziele für die Figuren in ihrem Leben und in den jeweiligen Szenenaufstellungen • Möglichst kleines Spielensemble. In den kleinen 3-minütigen Szenen sollten sinnvollerweise nicht mehr als 3 Personen agieren • Möglichst wenige Ortswechsel • Gerne verborgene Tretminen, die die Handlung überraschend in eine andere Richtung treiben können. Diese Tretminen sollten im Idealfall nur der Regie bekannt sein Ein ziemlich einzigartiger Ansatz, der dieses Jahr noch vom gewählten Thema getoppt wurde: es ging um Webserien-Konzepte und ihre crossmediale Auswertungsmöglichkeit. Gemeinsam mit Solveig Willkommen (Sat 1/Pro 7) und Maike Petersen (Medienboard Berlin-Brandenburg) saß ich in der Jury dieses Autoren-Wettbewerbs und verbrachte ein wunderbares Wochenende im Wendland, das uns allerdings vor eine äußerst schwierige Entscheidung stellte, denn Weydemann Bros. hatte sehr gut ausgewählt – alle drei vorgestellten Konzepte und Präsentationen überzeugten. Die Gewinner Am Samstag Abend pitchten Christian Riedel, die Autorin Barbara Minden und die Journalistin Franziska Hessberger ihre Ideen auf sehr unterschiedliche Art und Weise – von komplett durch inszenierter Performance über Film pur, hin zu einem sehr persönlichen Ansatz, der Film nur sparsam einsetzte. Danach waren die Jury dran. Unsere Kriterien bei der Preisvergabe waren Geschichte, Klarheit des Konzepts, sein Potenzial (was Story, Reichweite und Finanzierbarkeit betrifft), die Möglichkeit cross- bzw. transmedial zu arbeiten, das Mitdenken der Zielgruppe und eines möglichen Geschäftsmodells. Wie schwierig es ist, innerhalb so kurzer Zeit nicht nur eine überzeugende Story zu entwickeln, sondern auch die crossmediale Konzeption und ihre möglichen Fallstricke wie die Verwischung von Fiktion und Realität bei heiklen Themen, die Fragen nach dem richtigen Einstieg, der passenden Plattform und der Publikumsfindung, zeigten die Nachfragen des Publikums. Das zweiwöchige Schreibstipendium im Wendland gewann schließlich Franziska Hessbergers Idee, wobei die Entscheidung wie gesagt schwer fiel, da alle drei sehr gute Geschichten entwickelt hatten. Auch die Jury des Kurzfilm-Wettbewerbs diskutierte zwei Nächte lang. Am Ende bekam die Komödie „I have a Boat“ (von Nathan Nill) den Preis für die besondere Leistung, Rosa Hanna Ziegler wurde für das Potenzial ihres Pitchs lobend erwähnt, den Preis für den besten Pitch (auch eine sehr gute Kategorie) gewann der Drehbuchautor...

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Geschichten erzählen – ADC Young Masters

Gepostet am 07.05.2012 in Seminar

Geschichten erzählen – ADC Young Masters

Rückblick auf die Seminarveranstaltung „Transmedia Storytelling und ARGs“ beim diesjährigen ADC Young Masters Seminar. Bereits Ende März veranstaltete der Art Directors Club in Berlin ein zweitägiges Young Masters Seminar. Dieses fand in den Räumlichkeiten von Scholz & Friends in Berlin am Hackeschen Markt statt und stand ganz unter dem Motto „Social Media“. Neben Vorträgen von Martin Szugat (Geschäftsführer SnipClip GmbH), Björn Ognibeni (Freier Berater für Digitales Marketing) und Dr. Martin Oetting (Partner, Chief Research Officer trnd AG) war auch ich als Referent eingeladen, um das Thema Transmedia Storytelling und Alternate Reality Games zu beleuchten. Den Anfang machte dabei ein kurzer Ausflug in die Geschichte des Geschichten-Erzählens, denn wie die US-amerikanische Schriftstellerin Muriel Rukeyser schon sagte, besteht das Universum aus Geschichten und nicht bloß aus Atomen.   The universe is made of stories, not of atoms. – Muriel Rukeyser Kleine Geschichte des Geschichten Erzählens Schon vor Jahrtausenden entwickelten wir Menschen Möglichkeiten um anderen unsere Geschichten zu erzählen. Während die einen sich vielleicht lieber am Lagerfeuer über die Ergebnisse der zurückliegenden Jagd austauschen wollten, hielten andere diese Ergebnisse in Form von Höhlenmalereien fest und überlieferten dadurch ihre Geschichte bis in unsere heutige Zeit. Seit jenen vergangenen Zeiten gab es viele Experimente mit der Form des Erzählens und eine noch größere Vielzahl an Weiterentwicklungen. Einiges ist dabei einfach aufgrund von Zufällen entstanden, wie beispielsweise die Kunst des einfachen Schattentheaters, bei der ein Erzähler mit seinen Händen mit Hilfe einer Kerze die Geschichte verschiedener Schattenfiguren an die Wand wirft. In der sehr traditionsreichen, chinesischen Kunstform des Schattentheaters entwickelte sich diese Erzählform weiter und verankerte sich fest im dortigen Kulturgut, die noch bis in der heutigen Zeit angewandt wird. Mit der Erfindung des Buchdruckes standen wieder neue Möglichkeiten des Geschichten Erzählens bereit. Ebenso wie das Radio und das TV neue Formen hervorbrachte. Und die Experimentierfreude moderner Geschichtenerzähler ist noch lange nicht beendet. Single – Cross – Trans Während es in den bisherigen Formen immer darum ging, die Geschichte mittels eines einzigen Mediums zu erzählen, wurde in den letzten Jahren bereits häufiger damit experimentiert, Geschichten auch über mehrere Medien zu verteilen. Diesen Experimenten entsprang unter anderem die Form des Cross-Media-Storytellings, bei der eine Geschichte zunächst in einem Medium erzählt wird, die dann einfach in einem anderen Medium – natürlich an dieses angepasst – noch einmal erzählt wird. Die Geschichte macht somit einen Sprung von seinem Hauptmedium in andere Medien.   Transmedia storytelling represents a process where integral elements of a fiction get dispersed systematically across multiple delivery channels for the purpose of creating a unified and coordinated entertainment experience. Ideally, each medium makes it own unique contribution to the unfolding of the story. – Henry Jenkins Beim sogenannten Transmedia Storytelling verhält es sich anders. Die USC-Professorin Marsha Kinder legte den Grundstein für diesen Begriff, als sie ihn 1991 in ihrem Buch Playing With Power in Movies, Television, and Video Games zum ersten Mal verwendete. Richtige Aufmerksamkeit wurde dem Begriff jedoch erst...

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ACT!ON! re:publica 2012 #rp12

Gepostet am 04.05.2012 in Konferenz

ACT!ON! re:publica 2012 #rp12

Gestern zog sich das Thema „Storytelling“ durch den vollgepackten, spannenden re:publica 2012 Tag. Los ging es bereits mit der Session von Ivan Sigal und Bjarke Myrthu , die unter dem Motto Visual Storytelling stand. Neue Trends sollten vorgestellt werden, wobei sich die beiden vor allem auf Video-Inhalte im Netz bezogen. Es war eine solide Einführung für Einsteiger, die insbesondere auf interaktive Produktionen des Kanadischen Filmboards wie Bear 71 oder Welcome to Pine Point verwies. Eigentlich ist die Technik ja inzwischen so weit voran geschritten, dass jetzt auch die Inhaltsproduzenten, also die Mehrheit der Storyteller, Autoren und Regisseure nachziehen könnten. Dass die Session so proppenvoll war, beweist denke ich, wie groß das Interesse am Thema Geschichtenerzählen mit neuen Techniken momentan ist;  allerdings seien die vorhandenen Tools bislang noch zu kompliziert und zu teuer, meinten die Vortragenden, um Formate wie Bear 71 oder Pine Point einfach herzustellen. Mit etwas Phantasie und technischem Knowhow kann man das aber ohne weiteres bis zu einem gewissen Grad umgehen – und vermeidet so auch, in neue Standards und Gerüste zu verfallen, die den Reiz interaktiver Formate vermutlich relativ schnell erlahmen lassen. Insofern bin ich sehr gespannt, wie ihre eigene Plattform StoryPlanet sich entwickeln wird (konnten sie leider wegen des Wlan-Ausfalls nicht präsentieren). Klassentreffen Im Anschluss wollten Patrick und ich uns eigentlich noch viele andere Sessions anhören, doch der viel beschworene „Klassentreffen“-Charakter der #rp12 holte uns ein. Es galt neue spannende Projekte wie z.B. mit Frank Tentler zu besprechen, wir haben bei der ARD vorbeigeschaut, Kaffee mit Christoph Deeg, Wibke Ladwig, Steffen Meier, Stefanie Leo, Heike Schmidt, Susanne Bühler, Christine Kolbe, Christian Cogries, Amos, Hie-suk Yang,… getrunken und viele Leute wie Christine Weitbrecht zum ersten Mal live gesprochen. Ja, und dann war es auch schon Zeit, mit Philipp Zimmermann, Kristian Costa-Zahn, Maike Coelle, Katharina Kokoska und Gregor Sedlag unsere Vorstellung des Transmedia Manifests vorzubereiten. Entstanden für die Frankfurter Buchmessen-Konferenz StoryDrive 2011 weckte es das Interesse vieler #rp12 Besucher – das (nicht von uns!) deklarierte Einsteiger-Level hielt es aber nicht unbedingt. Hintergrund des Manifests ist natürlich, den Begriff als eigenes Genre zu definieren und ihn auch von den vielen Cross- und Transmedia-Versuchen*, die im Moment nicht nur durch die Fernsehlandschaft geistern, abzugrenzen. Patrick und ich gestalteten die Einführung mit zwei Beispielen, die in den letzten Jahren für Furore sorgten. Zum einen ist das (immer noch) die Case Study des ARGs „Why so serious?“ zum Film „Dark Knight“, und zum anderen die neue BBC-Produktion „Sherlock“, in der  sowohl Sherlock als auch Watson bloggen – und ihre in der Serie erstellten Inhalte tatsächlich zeitgleich auf ihren Webseiten auftauchten. Was verstehen wir darunter und was wollen wir? Uns geht es darum, das Erlebnis von Geschichten zu erweitern, immersive einzigartige Experiences zu schaffen, an denen Menschen partizipieren können. Wer noch Fragen zum Manifest oder auch zu Patricks und meinem Ansatz hat: Wir diskutieren heute gerne mit Euch weiter, twittert uns an...

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