Transmedia Storytelling-ein roter Faden

Gepostet am 01.06.2013 in Transmedia Storytelling

Transmedia Storytelling-ein roter Faden

Am Donnerstag fand die Kreativ Lounge, eine Veranstaltungsreihe des MIZ-Babelsberg, zum zweiten Mal statt. Moderiert von Michael Praetorius finden sich 4-5 Gäste an einem ovalen Tisch ein und diskutieren eine Stunde lang über ein Schwerpunktthema, wobei die Diskussion via Youtube Livestream sofort übertragen wird – eine Talkshow fürs Internet, wenn man so möchte. Zum Auftakt ging es um Sinn und Unsinn von Fernsehen, vorgestern war das Thema „Transmedia Storytelling – ein roter Faden durch alle Medien“; als Gäste mit dabei: Philipp Zimmermann (freier Autor, u.a. an „Wer rettet Dina Foxx? beteiligt), Michael Luda (Geschäftsführer Bastei Media), Guido Bülow (Distributionsmanager swr, aktuell Tatort+), Sebastian Wehner (Wolkenlenker/Wimmelburg) und ich als Vertreterin von imaginary friends und als Gründerin des Transmedia Storytelling Verlags Das wilde Dutzend, was leider in der Vorstellungsrunde vergessen wurde. Transmedia Storytelling in Deutschland Vorab stellte ich auf Facebook die Frage, ob es in Deutschland denn überhaupt schon transmediale Storytelling-Projekte gebe. Die Antworten fielen zwar positiv aus, richtige Beispiele wurden jedoch nicht genannt. Im Einspieler brachte das MIZ schön auf den Punkt, wo die aktuelle Diskussion hierzulande festhängt (oder hingeht): was ist Transmedia im Gegensatz zu Crossmedia? Die Meinung vieler Medienmacher ist: Hauptsache die Inhalte stimmen und es verkauft sich, wie man es genau nennt und was man genau macht, ist dann schon nicht so wichtig. Das ist eine sehr pragmatische Herangehensweise. Ich finde eine genaue Definition von Transmedia Storytelling wichtig, weil sich hier eine neue Gattung etablieren kann, die fernab des Marketinglabels ganz neue Bindungen zwischen der Geschichte und ihren Lesern, Zuschauern, Spielern oder Nutzern entstehen lässt. Wer behauptet, dass das ein alter Hut sei, unterschätzt die disruptive Kraft des Internets. Schon immer gehörten zu Geschichten nicht nur AutorInnen, sondern auch das Publikum, denn erst in den Köpfen „der Anderen“ beginnen sie zu leben. Das ist also nicht neu, neu ist aber, dass ein Massenmedium als Rückkanal zur Verfügung steht, ein Medium, das es allen Menschen mit Internet-Zugang ermöglicht, zu Schöpfern bzw. zu „Prosumenten“ zu werden. Doch zurück zur Diskussionsrunde. Die Unterscheidung zwischen Cross- und Transmedia verschwamm hier, weil der Begriff nicht klar genug definiert wurde.   Eine Definition von Transmedia Storytelling Wie lässt sich Transmedia Storytelling denn nun definieren? Nimmt man Henry Jenkins Grundlage, kombiniert sie mit den Anforderungen, die die Producers Guild of America (PGA) stellt und der Radikalität von Steve Peters (No Mimes Media), kommt man zu folgender Definition: Transmedia Storytelling heißt, die Teile einer Geschichte sinnvoll auf mindestens drei unterschiedliche Medien zu verteilen, wobei jedes Medium seine spezielle Stärke beiträgt und als eigener Teil funktioniert. Originär transmediale Erzählungen sind von Anfang an so konzipiert – und nicht im Nachhinein adaptiert. Dina Foxx ist so ein Beispiel, Das wilde Dutzend auch, der diesjährige tatort+ und natürlich die ARGs, die die Agentur vm-people realisierte, für die mein Kollege Patrick Möller diese Abteilung aufbaute. Hauptauftraggeber für Alternate Reality Games waren übrigens Verlage, die damit bestimmte Titel bewarben. Aktuell sind...

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Blogparade: Und was machst du so?

Gepostet am 31.03.2013 in Transmedia Storytelling

Blogparade: Und was machst du so?

Immer wieder kommt es zu dieser einen Situation, in der man ins Stocken gerät. Man hat sie gefühlt schon tausend und eins Mal erlebt, aber sobald diese eine Frage ins Spiel oder vielmehr ins Gespräch kommt, ist sie automatisch wieder da: diese eine Situation. Dabei kann sie überall und jederzeit auftreten. Beim kennen lernen neuer Menschen oder in Gesprächen mit zufälligen Reisebegleitern etwa genauso wie auch in geschäftlichen Meetings. Gemeint ist die Situation, in der man die Frage gestellt bekommt, was man eigentlich beruflich macht. Dabei ist die Frage selbst alles andere als schwierig. Und dennoch treten wir heutzutage auf der Stelle und lassen uns eine Vielzahl toller neuer Begriffe einfallen, deren Übersetzung nicht jedem immer sofort klar ist, die uns selbst aber ein positives Gefühl geben – ein Gefühl, das unsere Arbeit etwas Besonderes ist. Und dennoch machen wir es uns mit der Beantwortung häufig extrem schwer, wenn wir uns auf die Lippen beißend überlegen, ob wir nach unserer bestmöglichen Einschätzung der fragenden Person lieber die eine oder die andere Begrifflichkeit nennen. Mit dieser Situation ist in der heutigen Zeit niemand wirklich allein. Deswegen hat Wibke Ladwig in ihrem Kommunikationswerkstatts-Blog „Sinn und Verstand“ eine Blogparade gestartet, um jedem die Möglichkeit zu geben, diese neuen Berufsbilder jeweils im eigenen Blog mal genauer zu beschreiben. Aller Anfang ist schwer 2006 bewarb ich mich auf eine etwas schräge Art und Weise bei der Berliner Agentur für Virales Marketing, der vm-people GmbH. Diese hatte aufgerufen, sich mit maximal 160 Zeichen zu bewerben – per SMS nämlich. Schon damals beschäftigte ich mich mit der Thematik des Geschichtenerzählens und sendete in meiner Bewerbungs-SMS eine kurze Szene aus einem Alternate Reality Game, das ich gerade mit einem Freund aus Amsterdam austüftelte. „Dr. Braungold, wir konnten das virifizierende Gen aus dem Testobjekt extrahieren und reproduzieren. Es kam zu einem Zwischenfall.“ –  Bewerbungs-SMS Kurz darauf wurde ich nach Berlin eingeladen und ein paar Monate später als „Mitarbeiter Marketing“ eingestellt. Da ich unter anderem für die Entwicklung von Marketing-Alternate-Reality-Games zuständig war, und wir über die Jahre auch an dem einen oder anderen Barcamp teilnahmen, entwickelte sich für diese Unkonferenzen und anderen Konferenzen schnell die Begrifflichkeit des „ARG-Designers“ als Berufsbezeichnung. In den USA wurden zwar gerade in den Anfängen der Alternate Reality Games die Organisatoren jener ARGs als Puppetmaster bezeichnet, aber der eingedeutschte Puppenspieler klingt ebenso spannend wie der Mitarbeiter Marketing. Und die Entwicklung, Konzeption und Ausführung von ARGs ist nunmal eindeutig spannender als die bisherigen Begrifflichkeiten zu verstehen gaben. ARGs sind tot – lange leben die ARGs Nachdem wir auch in Deutschland das eine oder andere Alternate Reality Game durchgeführt hatten, nahm ich auch hin und wieder an einer ARG-Konferenz in den USA teil, einem Branchentreffen das Teilnehmer und Fans von ARGs mit den Organisatoren gleichermaßen verknüpft und zum gemeinsamen Austausch mit Workshops, Vorträgen und Keynotes einlädt. Eines Tages wurde bei einem dieser ARG-Fests in einer Keynote verkündet,...

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