Experiment: TweetHub #grenzgaenger

Gepostet am 11.03.2014 in imaginary friends, Projekte

Experiment: TweetHub #grenzgaenger

Ein Tweethub ist ein Format, bei dem sich mehrere Institutionen für einen bestimmten Zeitraum zusammentun, um zu einem gemeinsamen #Hashtag ein Thema auf Twitter zu erkunden. So eine erste vorläufige Definition dieses Social Media Events, das am 10. März zum ersten Mal ausprobiert wurde. (mehr dazu auf dem Grenzgeschichten-Blog) Bei unserem mit Frank Tentler ausgeheckten Gruppenexperiment, an dem Grenzgeschichten, Utopiesalon, Favoriten Theaterfestival, Internationale Jugendbibliothek, Asisi Panorama und wir mit #7terSprung mitmachten und uns austauschten, ging es um das Thema #grenzgaenger. Zwei Bücher, zwei Museen, ein Medienprojekt und ein Theaterfestival, die alle das Grenzüberschreitende und die Neugier einte, sich gegenseitig besser kennenzulernen, sich gegenseitig Sichtbarkeit zu verschaffen und in jeweils einer Stunde die eigene Perspektive zum Thema „Grenze“ in eine Geschichte zu packen. Bzw. diese Geschichte in jeweils 140 Zeichen (oder weniger) zu packen. Das war thematisch ziemlich anspruchsvoll und führte vor allem zu einer noch besseren Vernetzung der Teilnehmer untereinander. Die Zahlen sind dabei ziemlich beeindruckend: Einen Tag lang waren das Thema und damit auch seine Protagonisten unheimlich präsent auf Twitter. Social Media Influencer und Medienplattformen wie der WDR oder Riwa griffen den Hashtag #grenzgaenger auf und teilten die Aktion weiter, auch heute gab es noch Retweets. Interessant die Wahl des Hashtags: Das längere, dafür aber selbst erklärende #grenzgaenger wurde von allen übernommen, das technischere #ggtweethub (Grenzgeschichten-Tweethub) dagegen nicht. Eine wunderbare Zusammenfassung des Tweethubs, der von 10 bis 17 Uhr lief, hat Christian Spließ in Windeseile in einem storify erstellt (danke!) und ein BestOf der sechs Geschichten gibt es mittlerweile auf dem Grenzgeschichten-Blog. Insgesamt 300 Twitterer griffen die Tweets auf, teilten sie weiter oder beteiligten sich aktiv mit Fragen oder eigenen Assoziationen. In zukünftigen Tweethubs wollen wir diese Interaktionsrate noch steigern. Mit einer längeren Vorbereitungszeit, zeitigen Ankündigungen in allen Netzwerken der Mitmachenden und etwas Reduktion bei der Komplexität der Inhalte. Für uns war das Experiment jedenfalls ein großer Erfolg, der nicht nur Ulrike Draesners Buch und ihre Webseite in viele neue Internetecken getragen hat, sondern auch uns sehr inspiriert hat. Vielen Dank an alle fürs Mitmachen, für den Austausch und die Unterstützung und für die wahnsinnig interessanten Geschichten, die erzählt wurden! Bis zum nächsten Mal. Bild: Frank Tentler...

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Ulrike Draesner #7terSprung

Gepostet am 10.03.2014 in Featured, Projekte

Ulrike Draesner #7terSprung

Eine der profiliertesten zeitgenössischen Schriftstellerinnen, Ulrike Draesner, sprach uns bereits vor einiger Zeit darauf an, dass sie für ihr nächstes Buch eine Website plane und jemanden suche, der das für sie umsetzen könnte. Wir kennen Ulrike Draesner über Das wilde Dutzend, für deren letzte Anthologie „Wer kann für böse Träume. The Secret Grimm Files“ Ulrike Draesner das Rotkäppchen neu interpretierte. Insofern war die Entscheidung schnell getroffen und die Domains reserviert: www.der-siebte-sprung.de sollte die Seite zum Buch „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ heißen, das heute am 10.März 2014 beim Luchterhand Verlag erscheint. Ein #7terSprung Das Buch „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ verarbeitet eine Vater-Tochter-Beziehung vor dem Hintergrund der transgenerationellen Weitergabe von Kriegserlebnissen und Traumata – v.a. der Flucht bzw. Vertreibung, in diesem Fall aus Breslau / Wroclaw. Der Vater, Eustachius Grolmann, widmet sein Leben dem Studium von Menschenaffen, die – wie man zu seiner Zeit noch glaubte- nicht zur selben Grausamkeit wie Menschen fähig seien. Auch die Tochter Simone Grolmann ist Verhaltensforscherin und untersucht Bonobos, allerdings bereits die nächste Generation. In dieses Gefüge kommt nun ein aus Polen stammender Psychologe, dessen Familie 1945 von Ostpolen nach Schlesien vertrieben wurde. Ulrike Draesner nennt diesen Ansatz selbst ein multi-logisches Schreiben: „Multi-logisch in der doppelten Bedeutung des Wortes: verschiedenen Lebenswahrheiten folgend, von verschiedenen Seiten her gesprochen.“ Die Umsetzung Auch für die Webseite, auf der die Autorin über ihr Erzählen erzählt, ihr Familienarchiv öffnet und Hintergrundmaterial ihrer Recherche zugänglich macht, gilt dieser Ansatz. Die Kategorien dienen als Kapitel des Kernstücks der Seite, einem Essay zum Roman, der in den letzten 7 Tagen Stück für Stück veröffentlicht wurde. 1. Rendez-Vous 1 und 2      Erste Quellen 2. Recherche und Erfindung 1, 2 3. Polnische Quellen 1,  2, 3 4. Lexikon der reisenden Wörter 5. und 6. Menschenaffen und Yerkish 7. Selbst-Erzählen   Gleichzeitig symbolisieren die Kategorien/Kapitel je einen Sprung – den siebten Sprung müssen die LeserInnen selbst machen, bzw. sie können ihn machen: das (noch) leere Kapitel „Selbst-Erzählen“ wartet auf Lesergeschichten. Plattformen, die für „Der siebte Sprung“ eingebunden wurden: google maps soundcloud pinterest Videos/Filme (Robert-Bosch-Stiftung, ndr)    ...

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Storytelling für Buchhändler

Gepostet am 05.03.2014 in Featured, Seminar

Storytelling für Buchhändler

Durch eine 2011 beim Buchcamp in Frankfurt gehaltene Session zum Thema Transmedia Storytelling in der Buchbranche war der Börsenverein in München auf uns aufmerksam geworden und hatte mich für ein Seminar angefragt, das mit Unterstützung der Rid-Stiftung am 26./27.02.2014 in München stattfand. Unterstützt von Frithjof Klepp, der als Buchhändler von ocelot, not just another bookstore davon erzählte, wie er die Marke für seine Buchhandlung gefunden und entwickelt hat, ging es an den beiden Tagen um folgende Themen: Warum und welche Geschichten gibt es überhaupt? Was ist der Markenkern meiner Buchhandlung? Welche Geschichte steckt in meiner Marke? Nach einem Kaltstart ins Geschichtenerzählen mithilfe des Icon Poets (Würfel mit Symbolen + Sanduhr über 3min) und folgenden Aufgaben: „Überzeugen Sie Ihren Chef, dass Sie unbedingt auf dieses Seminar müssen und wo sehen Sie Ihre Buchhandlung in 5 Jahren?“ war klar, worum es gehen würde: sehr diverse Zielgruppen für inhaberInnengeführte Buchhandlungen, gerade auf dem Land, Neufindung nach Geschäftsübernahme, Konkurrenz Amazon, am liebsten so weiterlaufen oder auch gerade die Frage, ob es überhaupt weitergeht. Unsere Runde von insgesamt 11 BuchhändlerInnen plus Frithjof war die ganze Zeit angeregt dabei, nutzte die beiden Tagen um sich auszutauschen und stürzte sich vor allem voller Begeisterung auf die Bastelarbeit: Wir erstellten Moodboards aus Magazinausschnitten und alle stellten anhand der Moodboards ihre Geschichten vor – nachdem eine Runde lang alle Feedback an den Bildern verteilt hatten (siehe Bild). Von zwei Buchhandlungen habe ich bereits ihre Anmerkungen zu den Moodboards zugeschickt bekommen, um nun eine weitere Runde Feedback zu geben. Ich freue mich sehr, dass der Kontakt weiter besteht und hoffe, ein paar der Buchhandlungen auch mal live zu sehen! Vielen Dank nochmals an Börsenverein München, Rid-Stiftung, das Team des Le Méridien und natürlich an Frithjof und alle TeilnehmerInnen!...

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Transmedia Storytelling-ein roter Faden

Gepostet am 01.06.2013 in Transmedia Storytelling

Transmedia Storytelling-ein roter Faden

Am Donnerstag fand die Kreativ Lounge, eine Veranstaltungsreihe des MIZ-Babelsberg, zum zweiten Mal statt. Moderiert von Michael Praetorius finden sich 4-5 Gäste an einem ovalen Tisch ein und diskutieren eine Stunde lang über ein Schwerpunktthema, wobei die Diskussion via Youtube Livestream sofort übertragen wird – eine Talkshow fürs Internet, wenn man so möchte. Zum Auftakt ging es um Sinn und Unsinn von Fernsehen, vorgestern war das Thema „Transmedia Storytelling – ein roter Faden durch alle Medien“; als Gäste mit dabei: Philipp Zimmermann (freier Autor, u.a. an „Wer rettet Dina Foxx? beteiligt), Michael Luda (Geschäftsführer Bastei Media), Guido Bülow (Distributionsmanager swr, aktuell Tatort+), Sebastian Wehner (Wolkenlenker/Wimmelburg) und ich als Vertreterin von imaginary friends und als Gründerin des Transmedia Storytelling Verlags Das wilde Dutzend, was leider in der Vorstellungsrunde vergessen wurde. Transmedia Storytelling in Deutschland Vorab stellte ich auf Facebook die Frage, ob es in Deutschland denn überhaupt schon transmediale Storytelling-Projekte gebe. Die Antworten fielen zwar positiv aus, richtige Beispiele wurden jedoch nicht genannt. Im Einspieler brachte das MIZ schön auf den Punkt, wo die aktuelle Diskussion hierzulande festhängt (oder hingeht): was ist Transmedia im Gegensatz zu Crossmedia? Die Meinung vieler Medienmacher ist: Hauptsache die Inhalte stimmen und es verkauft sich, wie man es genau nennt und was man genau macht, ist dann schon nicht so wichtig. Das ist eine sehr pragmatische Herangehensweise. Ich finde eine genaue Definition von Transmedia Storytelling wichtig, weil sich hier eine neue Gattung etablieren kann, die fernab des Marketinglabels ganz neue Bindungen zwischen der Geschichte und ihren Lesern, Zuschauern, Spielern oder Nutzern entstehen lässt. Wer behauptet, dass das ein alter Hut sei, unterschätzt die disruptive Kraft des Internets. Schon immer gehörten zu Geschichten nicht nur AutorInnen, sondern auch das Publikum, denn erst in den Köpfen „der Anderen“ beginnen sie zu leben. Das ist also nicht neu, neu ist aber, dass ein Massenmedium als Rückkanal zur Verfügung steht, ein Medium, das es allen Menschen mit Internet-Zugang ermöglicht, zu Schöpfern bzw. zu „Prosumenten“ zu werden. Doch zurück zur Diskussionsrunde. Die Unterscheidung zwischen Cross- und Transmedia verschwamm hier, weil der Begriff nicht klar genug definiert wurde.   Eine Definition von Transmedia Storytelling Wie lässt sich Transmedia Storytelling denn nun definieren? Nimmt man Henry Jenkins Grundlage, kombiniert sie mit den Anforderungen, die die Producers Guild of America (PGA) stellt und der Radikalität von Steve Peters (No Mimes Media), kommt man zu folgender Definition: Transmedia Storytelling heißt, die Teile einer Geschichte sinnvoll auf mindestens drei unterschiedliche Medien zu verteilen, wobei jedes Medium seine spezielle Stärke beiträgt und als eigener Teil funktioniert. Originär transmediale Erzählungen sind von Anfang an so konzipiert – und nicht im Nachhinein adaptiert. Dina Foxx ist so ein Beispiel, Das wilde Dutzend auch, der diesjährige tatort+ und natürlich die ARGs, die die Agentur vm-people realisierte, für die mein Kollege Patrick Möller diese Abteilung aufbaute. Hauptauftraggeber für Alternate Reality Games waren übrigens Verlage, die damit bestimmte Titel bewarben. Aktuell sind...

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